Du suchst eine Antwort, wie und ob du mit Kindern oder Jugendlichen ├╝ber Krieg zu sprechen kannst?

In diesem Beitrag bekommst du 9 Punkte, die dir dabei helfen, dein Kind bestm├Âglich zum Thema Krieg zu begleiten.

Wir wissen, wenn ein Konflikt oder ein Krieg in die Schlagzeilen ger├Ąt, l├Âst das Gef├╝hle wie Angst, Traurigkeit, Wut und Besorgnis aus, egal wo man lebt – und egal wie alt man ist.

Als Eltern oder P├Ądagogen/-innen fragt man sich, in wieweit und ob man das Thema mit Kindern und Jugendlichen ansprechen sollte. Und vor allem dann, wie.

Wichtig ist, Kinder nicht aktiv aufzufordern, ├╝ber die Situation zu sprechen, wenn sie nicht selbst auf einen zukommen. Manche Kinder wissen vielleicht nur wenig ├╝ber das, was gerade passiert ist, und sind nicht daran interessiert, dar├╝ber zu sprechen. Andere machen sich wiederum im Stillen Sorgen.

Wenn das Kind oder deine Klasse dich aktiv auf Krieg anspricht, gibt es ein paar Schritte die dir helfen, das Kind

  • abzuholen
  • es zu beruhigen
  • es wieder in gute Gef├╝hle zu bringen
  • ihm Hoffnung zu geben

Wie du diese Schritte genau angehen kannst, erkl├Ąren wir auch mithilfe der Tipps von Unicef, die wir hier durch Punkt 9 erg├Ąnzen:

1. Herausfinden, was Kinder wissen und wie sie sich dabei f├╝hlen

Es ist wichtig, mit dem Kind im Kontakt zu sein und auf seinen Wissensstand und das Bed├╝rfnis, sich auszutauschen, einzugehen.

Ein guter Ausgangspunkt ist, das Kind zu fragen, was es wei├č und wie es sich f├╝hlt.

Kinder k├Ânnen die Nachrichten auf vielerlei Weise erfahren, daher ist es wichtig, sich zu informieren, was sie genau gesehen und geh├Ârt haben. Dies ist eine Gelegenheit, sie zu beruhigen und m├Âglicherweise falsche Informationen zu korrigieren, die sie im Internet, im Fernsehen, in der Schule oder von Freunden erhalten haben.

Ein st├Ąndiger Strom beunruhigender Bilder und Schlagzeilen kann den Eindruck erwecken, dass die Krise ├╝berall um uns herum ist. J├╝ngere Kinder k├Ânnen m├Âglicherweise nicht zwischen den Bildern auf dem Bildschirm und ihrer eigenen Realit├Ąt unterscheiden und glauben, dass sie sich in unmittelbarer Gefahr befinden, auch wenn der Konflikt weit entfernt stattfindet. ├ältere Kinder haben vielleicht beunruhigende Dinge in den sozialen Medien gesehen und haben Angst davor, wie die Ereignisse eskalieren k├Ânnten.

Es ist wichtig, ihre Sorgen nicht zu bagatellisieren oder abzutun. Wenn sie eine Frage stellen, die dir vielleicht extrem erscheint, wie z. B. “Werden wir alle sterben?”, versichere ihnen, dass dies nicht der Fall sein wird, aber versuche auch herauszufinden, was sie geh├Ârt haben und warum sie sich Sorgen machen, dass dies passieren k├Ânnte.

Wenn du verstehst, woher die Sorge kommt, kannst du sie wahrscheinlich eher beruhigen.

Achte darauf, dass du die Gef├╝hle des Kindes anerkennst und ihm versicherst, dass das, was es f├╝hlt, ganz nat├╝rlich ist.

Alle Gef├╝hle sind erlaubt!

Zeigen dem Kind, dass du zuh├Ârst, indem du ihm deine volle Aufmerksamkeit schenkst und es daran erinnerst, dass sie jederzeit mit dir oder einem anderen vertrauensw├╝rdigen Erwachsenen sprechen k├Ânnen.

Versuche, das Thema nicht kurz vor dem Schlafengehen anzusprechen.

2. Ruhig bleiben und altersgerecht kommunizieren und agieren

Kinder haben ein Recht darauf zu wissen, was in der Welt vor sich geht, aber Erwachsene haben auch die Verantwortung, sie vor Gefahren zu sch├╝tzen.

Du kennst dein Kind am besten.

Verwende eine altersgerechte Sprache, achte auf seine Reaktionen und sei sensibel für die Ängste deines Kindes.

Es ist normal, wenn auch du traurig oder besorgt über die Ereignisse bist. Denke aber daran, dass Kinder Emotionen von den Erwachsenen abschauen, also versuche, deinem Kind nicht zu viel von deinen Ängsten mitzuteilen.

Reflektiere: Warum hast du selbst Angst? Was hat der Konflikt mit dir zu tun? Versuche, erst dich selbst zu beruhigen, anzunehmen, dass die Situation ist, wie sie ist, und das Beste daraus zu machen.

Spreche ruhig und achte auf deine K├Ârpersprache, z. B. deinen Gesichtsausdruck.

Versichere deinen Kindern, so gut du kannst, dass sie vor Gefahren sicher sind. Beweise ihnen gef├╝hlvoll, dass ihr zusammen sicher seid.

Erinnere sie daran, dass viele Menschen auf der ganzen Welt hart daran arbeiten, den Konflikt zu beenden und Frieden zu finden. Und auch ihr k├Ânnt in der Familie ganz viel daf├╝r tun:

Denke daran, dass es in Ordnung ist, nicht auf jede Frage eine Antwort zu haben.

Du kannst sagen, dass du nachschlagen musst, oder du kannst mit ├Ąlteren Kindern gemeinsam die Antworten herausfinden. Nutze die Websites seri├Âser Nachrichtenorganisationen oder internationaler Organisationen wie UNICEF und der UN.┬áErkl├Ąre, dass einige Informationen im Internet nicht korrekt sind und dass es wichtig ist, zuverl├Ąssige Quellen zu finden. Suche mit deinem Kind diese Quellen und beschr├Ąnke seinen Konsum auf f├╝r Kinder sichere Quellen.

Weitere Quellen findest du hier unten:

3. Gehe ins Mitgef├╝hl, und verurteile nicht

Konflikte bringen oft Vorurteile und Diskriminierung mit sich, sei es gegen├╝ber einem Volk oder einem Land. Wenn du mit Kindern sprichst, vermeide Bezeichnungen wie “schlechte Menschen” oder “b├Âse” und nutze stattdessen die Gelegenheit, um Mitgef├╝hl zu wecken, zum Beispiel f├╝r Familien, die aus ihrer Heimat fliehen mussten.

Auch wenn ein Konflikt in einem weit entfernten Land stattfindet, kann er Diskriminierung vor der eigenen Haust├╝r sch├╝ren.

Vergewissere dich, dass deine Kinder nicht von Mobbing betroffen sind oder dazu beitragen. Wenn sie in der Schule beschimpft oder gemobbt werden, ermutige sie, sich dir oder einem Erwachsenen ihres Vertrauens davon zu erz├Ąhlen. St├Ąrke ihren Selbstwert und biete ihnen zuhause den sicheren Hafen.

Erinnere deine Kinder daran, dass jeder es verdient, in der Schule und in der Gesellschaft sicher zu sein. Mobbing und Diskriminierung sind immer falsch, und jeder von uns sollte seinen Teil dazu beitragen, Freundlichkeit zu verbreiten und sich gegenseitig zu unterst├╝tzen

Denn Frieden beginnt im eigenen Herzen, im eigenen Haus in der eigenen Familie und kann dann in die Welt getragen werden.

4. Fokus auf das Gute und Pro-Aktive

F├╝r Kinder ist es wichtig zu wissen, dass Menschen sich gegenseitig mit mutigen und freundlichen Taten helfen.

Selbstwirksamkeit gibt Hoffnung und lenkt auch im Moment den Fokus auf das Gute, auf das Wirken im Hier und Jetzt.

Finde positive Geschichten, z. B. von Ersthelfern, die Menschen helfen, oder von jungen Menschen, die zum Frieden aufrufen.

Frage dein Kind, ob es sich an einer positiven Aktion beteiligen m├Âchte. Vielleicht k├Ânnte es ein Plakat malen oder ein Gedicht f├╝r den Frieden schreiben, oder ihr k├ nnt an einer ├Ârtlichen Spendenaktion teilnehmen oder sich einer Petition anschlie├čen. Das Gef├╝hl, etwas zu tun, und sei es noch so klein, kann oft gro├čen Trost spenden.

Stark ins Neue hat aktuell eine Friendensaktion mit www.tr├Âdelspende.de in der Kinder Bilder vom Frieden hochladen und zur Spende anbieten k├Ânnen. So tragen wir dazu bei, dass Frieden in die Kinderzimmer und als Spende in die Welt verbreitet wird – eine sch├Âne Gelegenheit, mit kleinen Mitteln zu helfen.

5. Beende Gespr├Ąche mit Sorgfalt

Wenn du das Gespr├Ąch beendest, stelle sicher, dass du das Kind nicht in einem Zustand der Verzweiflung zur├╝ckl├Ąsst. Versuche, den Grad der Angst des Kindes einzusch├Ątzen, indem du seine K├Ârpersprache beobachtest, darauf achtest, ob es seinen gewohnten Tonfall benutzt und wie seine Atmung ist.

Erinnere dein Kind daran, dass es dir wichtig ist und dass du ihm zuh├Ârst und es unterst├╝tzt, wenn es sich besorgt f├╝hlt.

6. Bleibe mit dem Kind in Verbindung

W├Ąhrend die Nachrichten ├╝ber den Konflikt weitergehen, solltest du dich immer wieder bei deinem Kind melden, um zu sehen, wie es ihm geht.

Wie f├╝hlt es sich? Hat es neue Fragen oder Dinge, ├╝ber die es mit dir sprechen m├Âchte?

Wenn dein Kind besorgt oder ├Ąngstlich zu sein scheint, achte auf Ver├Ąnderungen in seinem Verhalten oder seinem Befinden, z. B. Bauch- oder Kopfschmerzen, Albtr├Ąume oder Schlafst├Ârungen.

Kinder reagieren unterschiedlich auf unerw├╝nschte Ereignisse, und manche Anzeichen von Beunruhigung sind vielleicht nicht so offensichtlich.

J├╝ngere Kinder werden vielleicht anh├Ąnglicher als sonst, w├Ąhrend Teenager intensive Trauer oder Wut zeigen k├Ânnen. Viele dieser Reaktionen dauern nur kurze Zeit an und sind normale Reaktionen auf belastende Ereignisse. Wenn diese Reaktionen ├╝ber einen l├Ąngeren Zeitraum andauern, braucht dein Kind m├Âglicherweise fachliche Unterst├╝tzung.

Sie kannst ihm helfen, Stress abzubauen, indem du gemeinsame Aktivit├Ąten wie Bauchatmung durchf├╝hrst:

Macht 5 tiefe Atemz├╝ge, atmet 5 Sekunden lang ein und 5 Sekunden aus. Atmet durch die Nase ein und durch den Mund aus.

Erkl├Ąre deinem Ihrem Kind, dass es beim Einatmen seinen Bauch wie einen Ballon sanft aufbl├Ąst und beim Ausatmen die Luft langsam wieder aus dem Ballon entweicht.

Sei bereit, mit deinem Kind zu sprechen, wenn es das Thema anspricht. Wenn es kurz vor dem Schlafengehen ist, schlie├če es mit etwas Positivem ab, z. B. indem du ihm seine Lieblingsgeschichte vorliest, damit es gut einschlafen kann.

7. Begrenze Nachrichtenkonsum

Achte darauf, wie viel die Kinder von Nachrichten mitbekommen, wenn diese voller alarmierender Schlagzeilen und verst├Ârender Bilder sind.

Erw├Ąge, Nachrichten bei j├╝ngeren Kindern ganz abzuschalten. Bei ├Ąlteren Kindern k├Ânntest du dies zum Anlass nehmen, dar├╝ber zu sprechen, wie viel Zeit ihr mit dem Konsum von Nachrichten verbringen und welchen Nachrichtenquellen ihr vertrauen.

Achte bewusst auch darauf, wie du selbst mit anderen Erwachsenen ├╝ber den Konflikt sprichst, wenn deine Kinder in H├Ârweite sind.

Deine Kinder nehmen dich als Bezugsperson. Sie sind feinf├╝hlig und werden deine Sorgen, ├ängste und N├Âte teilen, wenn du selbst welche hast und dauernd aussprichst.

Versuchen so oft wie m├Âglich, f├╝r positive Ablenkung zu sorgen, z. B. durch ein Spiel oder einen gemeinsamen Spaziergang – sowohl f├╝r die Kinder, als auch f├╝r dich selbst.

8. K├╝mmere dich um dich selbst

Du kannst deinen Kindern nur und besser helfen, wenn auch du selbst mit der Situation fertig wirst.

Kinder nehmen deine eigene Reaktion auf die Kriesensituation auf, und es hilft ihnen, wenn sie sich sicher sein k├Ânnen, dass du ruhig bist und dich unter Kontrolle hast.

Wenn du dich ├Ąngstlich oder aufgeregt f├╝hlst, nimm dir Zeit f├╝r dich selbst und wende dich sich an andere Familienmitglieder, Freunde und vertraute Menschen.

Achte darauf, wie du selbst Nachrichten konsumierst:

Versuche, w├Ąhrend des Tages bestimmte Zeiten festzulegen, in denen du dich ├╝ber das Geschehen informierst. Limitiere deine Nachrichtenzeit auch am Smartphone – anstatt st├Ąndig online zu sein.

Nimm dir so viel Zeit wie m├Âglich, um Dinge zu tun, die dir helfen, dich zu entspannen und zu erholen.

9 BONUS: Mach dich frei

Kannst du nach all den Tipps alle Fragen deines Kindes rational und sachlich beantworten?

Wir glauben, dass niemand dies je ganz richtig tun kann. Denn wer wei├č schon, was die Zukunft bringt? Wer kann eine Frage wie, “Wird es einen dritten Weltkrieg geben?” 100% richtig beantworten? Keiner.┬á

Also mach dich frei vom Zwang, deinem Kind alles zu erkl├Ąren, es voll von den Informationen von draussen besch├╝tzen zu wollen und das Thema Krieg voll und ganz mit ihm zu besprechen.

Bleibe einfach bei dir und werde dir deiner eigenen Haltung zum Thema Krieg bewusst.

Denn was kannst du deinem Kind mit Sicherheit geben?

Wir glauben, es ist die Zuversicht, dass alles Gut wird. Den Glauben, dass ihr als Familie euer Bestes gebt und euch gegenseitig unterst├╝tzt. Das Wissen, dass ihr den Moment ausnutzt, um im Hier und Jetzt ein gl├╝ckliches Leben zu haben.

Mach dich frei davon, deinem Kind alles genau und richtig beantworten zu k├Ânnen und fokussiere dich auf das Gef├╝hl.

Lass dein Kind sp├╝ren, dass du f├╝r es da bist – z. B. indem du dir f├╝r seine Fragen und die Zeit, in der es sich Sorgen macht, besonders Zeit mit ihm verbringst.

Lass es durch deine Aktionen wissen, dass, egal was passiert, dass man gemeinsam alles meistern kann – z. B. durch eure Mithilfe an einer Spendenaktion.

Zeige deinem Kind Wege, wie man sich selbst besser f├╝hlen kann – indem ihr z. B. aufmalt, was ihr gerne macht, was euch Spa├č macht und womit ihr Frieden in die Welt bringen k├Ânnt.

Mach dich frei von Zukunfts├Ąngsten und lebe und liebe mit deinem Kind im Hier und Jetzt.

Stelle sicher, dass ihr zuhause Frieden habt indem ihr euch respektiert, zuh├Âret, gemeinsam L├Âsungen sucht und echt verzeiht, wenn jemand etwas unsch├Ânes macht.

Denn der Frieden beginnt in uns!

Um im Alltag zuhause oder in der Klasse immer daran erinnert zu werden, wie einfach es ist, Frieden zwischen Menschen zu schaffen, hole dir jetzt den Friedenspakt zum Ausdrucken f├╝r zuhause: